Ist ADHS die neue Volkskrankheit?

ADHS | morguefile.com

Was wird aus unseren Kindern mit ADHS?

Heute möchte ich mich zum Thema ADHS äußern. ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Einige behaupten, diese Krankheit gäbe es gar nicht, und ADHS wurde nur erfunden, damit die Pharmaindutrie schön abkassieren kann mit dem Ritalin. Und Zappelphilippe habe es schon immer gegeben. Mal ganz provokativ: Warum gibt es heute mehr Zappelphilippe als früher, und warum möchte die Gesellschaft diese Zappelphilippe nicht mehr ertragen?

Was ist ADHS?

ADHS wird definiert als eine neurobiologisch bedingte Abweichung im Verhalten, die sowohl genetische Ursachen (Anfälligkeit) als auch psychosoziale Ursachen (Umweltbedingungen) hat. Zu 70-80% ist ADHS vererbbar und tritt häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf in jungem Alter vor dem 6.Lebensjahr. Vor über 150 Jahren beobachtete der Psychiater Heinrich Hoffmann bereits dieses Krankheitsbild und stellte es in seinem Bilderbuch „Struwwelpeter“ dar. (siehe www.adhs.de)
Auf der Website adhs.de wird die Krankheit wie folgt definiert:
„ADHS, so wird eine, schon im Kindesalter beginnende psychische Störung genannt. Mittlerweile stellen hyperkinetische Störungen wie ADHS zusammen mit Störungen des Sozialverhaltens die häufigsten psychischen Störungen im Kindesalter dar.“
Die leichte Form von ADHS benötige keine Behandlung, lese ich. „In diesem Sinne ist ADHS dann behandlungsbedürftig, wenn die Ausprägung der Symptome zu einer deutlichen Beeinträchtigung im Leistungsbereich und Sozialbereich führen. Auch wenn der Betroffene darunter leidet oder gar weitere psychische Störungen (Suchtgefahr, Depressionen, Aggressivität) die Folge sein könnten.“
Menschen mit ADHS werden positive Eigenschaften wie Ideenreichtum, künstlerische Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeitssinn zugeschrieben. Hatten vielleicht Mozart und van Gogh schon ADHS?

ADHS | morguefile.com

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Diagnose von ADHS

Als ADHS-erkrankt gilt ein Kind, wenn es über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten und bereits im Vorschulalter Verhaltensauffälligkeiten in den Bereichen Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität zeigt. Diese Feststellung finde ich schon schwierig.

Lehrer, Eltern und Schüler waren es früher gewöhnt, dass einer in der Klasse eben etwas wilder und unaufmerksamer war. Keiner machte sich groß Gedanken darüber. Extrem hyperaktives und impulsives Verhalten haben heutzutage zugenommen und stören im Schulalltag. Haben die Lehrer Probleme mit wilden Schülern? Kann nur mit Medikamenten eine bessere Konzentrationsfähigkeit erreicht werden? Oder fehlen nur Sport und Bewegung?
Ich befürchte, dass Kinder oftmals vorschnell von Ärzten die Diagnose ADHS erhalten, obwohl sie diese Krankheit gar nicht haben. Wie will man so eine Krankheit genau feststellen? Alle psychischen Leiden wie Depressionen, Psychose oder Borderline sind doch sehr schwer festzustellen. Bekommt ein Kind fälschlicherweise die Diagnose ADHS, gerät es in eine Mühle, aus der es nicht mehr herauskommt. Da sehe ich die Gefahr.

Therapiemaßnahmen:

Es gibt verschiedene Therapiemaßnahmen, die individuell auf den Patienten zugeschnitten werden wie z.B. eine Verhaltenstherapie, kreatives Coaching, Sport und Bewegung, Homöopathie oder die Medikinet-Therapie, die medikamentöse ADHS Therapie. Die medikamentöse Behandlung bewirkt, dass sich das Kind besser konzentrieren und sein Verhalten besser steuern kann. (Quelle:adhs.de). Einem Kind Psychopharmaka geben fällt sicherlich niemandem leicht.
Heilpraktiker bieten mittlerweile alternative Behandlungsmethoden an. Hab mir dazu das Konzept der Heilpraktikerin Nicola Hirsch angesehen. Sie schreibt auf ihrer Website: „ADHS ist ein vielschichtiges Thema. Und kaum eines wird so viel und kontrovers diskutiert. Es wird sogar von Ärzte-Gruppen in Frage gestellt, ob dies als eigene Krankheit zu sehen ist.“ Und zur Einnahme von Ritalin schreibt die Heilpraktikerin:“Ritalin hat Nebenwirkungen. Von Patient zu Patient unterschiedlich stark. Man sollte auch wissen: man weiss bisher nicht, wieso Ritalin bei Kindern einer derartige Wirkung hat. Ebenso liegen noch keine ausreichenden Langzeitstudien vor, sodass Spätschäden nicht sicher ausgeschlossen werden können. Dennoch: Für manch ein Kind, bei dem sonst alles versagt, bzw. zu keinen befriedigenden Ergebnissen führt, kann Ritalin dann eine erste echte Chance zu einem einigermaßen normalen Leben sein.“ (Quelle: Integrale Heil- und LebensPraxis)

Hab mir mal den Beipackzettel von Ritalin der Firma Novartis Pharma GmbH durchgelesen. Im Beipackzettel werden zunächst Punkte aufgezählt, wann man Ritalin auf keinen Fall einnehmen sollte. Höchstens 12 Monate sollen die Pillen eingenommen werden und nur bis zum Jugendalter. Aber es gibt ja auch Kinder, die jahrelang Ritalin einnehmen. In Ritalin ist Methylphenidat enthalten. Das kann psychische Störungen wie Depressionen, Schizophrenie u.ä. verschlimmern. Dann sollte Ritalin auf keinen Fall genommen werden. Aber ob Ärzte immer ganz sicher eine Depression oder Schizophrenie ausschließen können?

Aber was sind die Ursachen für ADHS?

Sehr gut erklärt ist das auf der Website Mehr vom Tag/ Entstehung von ADHS. Durch eine neurobiologische Funktionsstörung im Gehirn kann diese Krankheit ausgelöst werden. „In den Gehirnabschnitten, die für die Konzentration, Wahrnehmung und Impulskontrolle zuständig sind, ist das notwendige Gleichgewicht wichtiger Botenstoffe gestört. Diese sogenannten Neurotransmitter sind maßgeblich für die Informationsverarbeitung ankommender Reize verantwortlich.“ Eine dauerhafte Reizüberflutung entsteht dadurch im Gehirn des Kindes.
Zusätzlich wirken Faktoren auf das Kind ein, die die Krankheit verstärken oder verbessern können. Schädlich ist ein ungünstiges Lebensumfeld mit z. B. fehlender Zuwendung, ein gestörtes Familiengefüge und fehlende Strukturierung des Alltags. Aber dies allein kann ADHS noch nicht auslösen, sondern nur, wenn entsprechende Anlagen vorliegen.

Weitere Risikofaktoren für ADHS sind:

Alkohol, Rauchen und andere Drogen in der Schwangerschaft, Probleme bei der Geburt und Infektionen im Gehirn. Zum Teil wird vermutet, dass Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten ADHS verursachen könnten. Nach den gegenwärtigen wissenschaftlichen Untersuchungen haben Nahrungsbestandteile (z. B. Zucker, Phosphate, Milcheiweiß und Nahrungsmittelzusatzstoffe) jedoch keinen nachweislichen Einfluss auf die Störung. (Quelle: Heiser P, Smidt J, Konrad K, Herpertz-Dahlmann B, Remschmidt H, Hebebrand J: Ursachen der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Kinder- und Jugendmedizin 3, 135-142, 2003) Nur bei einer sehr kleinen Gruppe von Patienten scheint eine Diät eine Besserung der Symptome zu bewirken.
Erbliche Faktoren spielen bei ADHS eine Rolle.

Ist ADHS heilbar?

ADHS ist keine Kinderkrankheit, die mit der Pubertät überstanden ist. Mit zunehmendem Alter bilden sich die Verhaltensauffälligkeiten bei etwa einem Drittelder Kinder zurück. Aber 30-60% der erkrankten Kinder behalten die Symptome als lebenslange Störung bis ins Erwachsenenalter bei. (Quelle: Biederman J, Mick E & Faraone SV: Age-dependent decline of symptoms of attention deficit hyperactivity disorder: impact of remission definition and symptom type. Am J Psychiatry 157;2000: 816-818)

Mein Fazit:

ADHS ist und bleibt in der Gesellschaft umstritten. Es gibt mit Sicherheit viele, die davon ernsthaft betroffen sind.
Leider herrscht in der Bevölkerung kaum Ahnung von dieser Krankheit. Sie wird von vielen daher nicht ernst genommen.
Reden auf dem Spielplatz mehrere Mütter über eine Mutter, die ein ADHS-Kind hat, gehen die Meinungen auseinander und wilde Diskussionen beginnen.

Wer es besser weiß, kann zu dem Thema gerne einen Gastartikel für meinen Blog schreiben.

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P.S. Ich bin keine Ärztin, und dieser Artikel ist kein medizinischer Rat. Ich darf mich auch als Laie zum Thema ADHS äußern. ADHS-Betroffene, Psychologen und Ärzte mögen darüber hinwegsehen. 😉

Der Kultmama-Blog in Social Media

25 Comments

  1. Hallo, ich bin eine ADHS Mutter und ich habe nur dieses eine Kind. Ein etwas anderes Kind. Nicht vergleichbar mit dem normalen Durchschnittskind. Aber, was ist schon Normal? Ich habe die Erfahrung gemacht, das jedes ADHS Kind anders ist. Anders in der Ausprägung, anders in den Symptomen und anders im Verhalten, je nachdem, wie das betroffenen Kind aufgewachsen ist. Wir haben Ritalin nach ca. 6 Monaten wieder abgesetzt, da es zwar eine gewisse Beruhigung gebracht hat, aber mir das Verhältnis von Erfolg zu Nebenwirkungen etwas zu heftig war. Soooo beruhigt war er dann doch nicht. Er war immer ein Aussenseiter, aber mit viel Liebe und Unterstützung haben wir das einigermaßen hinbekommen. Jetzt ist er Erwachsen, und man merkt es immer noch. Er hat aber gelernt, damit zu leben und sich sein Leben nach seiner Fasson einzurichten. Ich selbst habe aber oft erlebt, dass das Problem oft nicht bei den Kindern, sondern bei manchen Eltern ist. Unsere Gesellschaft will alles perfekt. Eltern müssen perfekt im Job sein, als Eltern fehlerfrei funktionieren und da passen eben keine „andersartigen“ Kinder ins Konzept. Ich habe Eltern erlebt, die nicht wahrhaben wollten, dass ihre Kinder ADHS haben, weil es nicht in ihr perfektes Familienbild passt. Ich habe sogar eine Mutter erlebt, bei der ich den Eindruck hatte, ihr sei der Aufwand zuviel, kein perfektes, gesundes Kind zu haben, und es diagnostizieren zu lassen. Und eines habe ich immer wieder erlebt, je später man mit einer Behandlung anfängt, desto schwieriger ist es oft, da die Kinder oft aggressiv sind, weil sie nicht unterstützt werden im anders sein, sondern von den anderen Kindern ausgegrenzt. Wenn das die Familie nicht ausgleichen kann, sondern sogar noch mehr „draufhaut“ auf den Zappelphilipp, dann kostet das den inneren Seelenfrieden und die Sicherheit, geliebt zu werde. Man muss sich als Eltern auch eingestehen können, dass man Hilfe braucht bei der Erziehung und der Behandlung eines ADHS Kindes. Und wie für alle Kinder gilt hier besonders: liebhaben und auf die Eigenheiten und die Persönlichkeit des Kindes eingehen. Hilfe, die angeboten wird nützen und annehmen.

  2. Hallo
    Der Artikel ist schon etwas älter doch ich habe ihn trotz Verlinkung erst jetzt gesehen.
    Eines der Hauptprobleme „dieser Eltern“ (gemeint sind jene, die ihren Kindern unterstützend MPH – wohlgemerkt ärztlich verschrieben – verabreichen) ist ja nicht, dass sie aus heiterem Himmel ein ADHS-Kind bekommen haben.
    Bei „diesen Eltern“ ist oftmals mindestens eines der beiden Elternteile von einer (meist unerkannten) ADHS betroffen. Unerkannt ist deshalb so schlimm, weil ich im Lauf der Jahre oft Komorbiditäten hinzu gesellen, zB Depression oder Burn Out.
    Solche Eigenschaften wie leichte Reizbarkeit, mangelnde Impulskontrolle oder auch niedrige Frustrationstoleranz bei mehreren Personen innerhalb einer Familie (wie bei mir zB mein Sohn, meine Tochter und ich selbst, beim Vater steht das Diagnostikverfahren noch aus, hypersensibel sind beide Kids sowie ich selbst) verkomplizieren das Familienleben um ein Vielfaches, und nicht umsonst ist die Trennungsrate bei ADHS-Familien ebenfalls um ein Vielfaches höher als bei neurotypischen Familien.
    Das Thema ADHS in der Familie ist derart komplex dass ich mittlerweile überhaupt keinen Außenstehenden, der nicht mindestens selbst betroffen ist, mehr für voll nehmen kann.
    Langer Rede kurzer Sinn:
    Der Idealismus wächst mit der Entfernung zum Problem.
    In diesem Sinne: Schönen Tag noch.

  3. Ich finde es zu allererst gut, dass hier nicht pauschal die Krankheit in Frage gestellt wird. Ich schreibe selber einen Blog zu dem Thema da ich persönlich betroffen bin. Es ist immer etwas gewagt medizinische Dinge in einem Blog zu behandeln, besonders wenn es nicht um Alltagsthemen geht. Es ist aber schon ärgerlich welche kontroversen ADHS auslöst. Ich habe manchmal den Eindruck dass es einfacher ist sich asl schwul zu outen als zu sagen ich habe die tagträumerische Variante von ADHS. Leider sind psychische Krankheiten, sogar die Depression, noch ein Stigma. Daher begrüßte ich jeden Versuch darüber zu reden.

  4. Die Aussagen: „es gäbe keine Langzeitstudien“ bzw. „es ist nicht bekannt, warum Methylphenidat so wirkt“ sind falsch. Methylphenidat blokiert die Transportermoleküle, die die Neurotransmitter sonst zu schnell abtransportieren. Und Methylphenidat ist schon seit über 30 Jahren auf dem Markt. Es ist eins der am besten erforschten Medikamente, auch in Langzeitstudien.
    Ich denke jeder der ADS/ADHS hat oder der mit Angehörigen dieses Syndroms zusammenlebt, wird zweifelsfrei bestätigen können, dass es diese Störung gibt.
    Und warum es heutzutage „mehr“ dieser Kinder gibt, nun ja, zum einen gibt es bessere Diagnoseverfahren und zum anderen können diese Kinder durch die Integration und Inklusion nicht mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Die Gesellschaft muss sich deshalb intensiver mit dem Störungsbild befassen. Darum gerät dieses „Problem“ immer mehr in den öffentlichen Blickwinkel. Mehr Kinder mit ADHS gibt es deshalb aber nicht.
    Und eine Depression oder eine Schiziophrenie von einer ADHS zu unterscheiden … tja so viel Know-How sollte den Kinder- und Jugendpsychiater schon zugetraut werden.

  5. „Wer es besser weiß, kann zu dem Thema gerne einen Gastartikel für meinen Blog schreiben.“

    Es gibt viele, sehr viele fundierte Artikel von Menschen mit ADHS zum Thema oder von Eltern, deren Kinder ADHS haben. Warum man dann nun um einen Gastbeitrag fürs eigene Blog betteln muss, anstatt auf diese Artikel zu verlinken, erschließt sich mir nicht.

    Ob ADHS in der „Gesellschaft umstritten“ ist, ist übrigens vollkommen egal. Die Studienlage für ADHS ist klar und nur weil ein Herr Blech Blech redet oder sich andere Pseudowissenschafler wie z.B. ein Herr Hüther damit profilieren, Vorurteile zu bestärken, macht das die seriöse Forschung nicht weniger zutreffend.

    Heilpraktiker gehören nebenbei nicht zu den Personen, die sich fachlich fundiert zum Thema ADHS äussern können.

    Für sinnvolle Links zum Thema empfehle ich:

    https://adhsspektrum.wordpress.com/
    https://evilmichi.wordpress.com/adhs-ein-paar-worte-vorab/

  6. Ach ja, da gebe ich auch mal meinen Senf dazu. Ich bin ADHSlerin mit allen Ausprägungen, je nach Situation kann eine Hyperaktivität, oder eine Hypoaktivität auftreten. , Dazu noch Hypersensibel, etc….Also, jetzt lesen sie von einer erwachsenen ADHSlerin mit med. Fachwissen, auch psychologisch geschult. Dazu halte ich mich gerne im Bereich alternative Heilweisen auf. Ja, Meditatation, Yoga, viel Bewegung und gesunde Ernährung gehören zu meinem Lebensstil. Dennoch nehme ich seit 2014 freiwillig Methylmenidat, weil es eine Erleichterung ist mit der Gesellschaft und Nichtwissenden besser klar zu kommen. Selbstverständlich ist das Thema auch ein Teil meiner Arbeit und besuche Symposien zu dem Thema. Mir wäre daran gelegen, wenn sie sich ernsthaft in das Thema einfinden könnten, auch mal andere Sichtweisen an zu schauen. Die Ausprägungen dieser Besonderheit ist so vielschichtig und lässt sich nicht über einen Kamm scheren. Das Internet und die Möglichkeit sich ernsthaft mit dem Thema auseinander zu setzen ist in dieser Zeit wirklich gut gegeben, da kann mir keiner erzählten, ich habe das nicht gewusst. Im Übrigen besteht mein persönliches Umfeld zu mind. 50 % aus ADHSlern, auch „Fachpersonal“ die mit Kindern und Erwachsenen arbeiten in diesem Bereich. NEIN! Es verwächst sich nicht, wird aber nicht immer als das erkannt, durch überlagernde andere zu kommende Erkrankungen. Vielfach ausgelöst durch den Stress, den diese Menschen besonders ausgesetzt sind, sich der Gesellschaft anzupassen, bis hin zum Suizid.Methylphenidat, richtig dosiert und für bestimmte Menschen verhindern nämlich suizidale Tendenzen. Zum Beispiel reagiere ich auf einige chem. Substanzen paradox und ich nehme M als Durchschlafhilfe. Ein „normal“ konfigurierter Mensch würde wahrscheinlich damit die ganze Nacht wach bleiben, bei mir das Gegenteil, auch Kaffee wirkt anders bei mir. NEIN – ich habe keine Konzentrationsstörungen, wenn mich das Thema interessiert. Im Gegenteil, lerne schneller und kann Stunden bei dem Thema bleiben….ein großer Vorteil dieser Ausprägung. Es ist einfach eine andere Spezies Mensch. Menschen sind selten genormt, aber die Gesellschaft aht Normen, wie sie einen Menschen gerne rein pressen möchte, anstatt Besonderheiten zu akzeptieren., Viele ADHSler, haben, falls sie ihre richtige Nische/Umgebung gefunden haben, hervorragende Qualitäten. Das lohnt sich zu fördern! Für mich ist das keine Krankheit, sondern eine andere Art nur und alles wahr zu nehmen. Vor allem, ich möchte nicht verleugnet werden, nach dem Motto, als Erwachsener hat man das nicht. Im Alter, z.B. läßt die Dopaminzufuhr nach und Menschen, bei denen das noch nicht erkannt wurde, könnten als dement, orientierungsllos, depressiv etc….diagnostiziert werden. Da würde Methyphenidat sehr gut helfen. Mein Kommentar ist jetzt länger geworden als ich dachte, aber ich bin im Thema drin und hatte gar keine Konzentrationsstörrunge.

  7. Also ich kenne sogar mehrere ältere Menschen mit ADHS, wo das aber durch die Medikamentengabe nicht so stark auftritt.
    Sogar ein Psychologe in Koblenz, der auf ADHS spezialisiert ist, hat ADHS und gibt es sogar zu.
    Über so ein schweres Thema zu schreiben ist schon sehr Mutig.

  8. Hallo, ja, so ein Thema im Internet zu diskutieren ist schwierig 🙂

    Ach wenn das wieder vielen nicht gefällt, ich teile Deine Einschätzung, dass aktive Kinder heutzutage als anstrengend empfunden werden und einige Eltern (bei Lehrern kann ich es nicht einschätzen) heute schnell überfordert sind und eher ihre Ruhe haben wollen als das früher offensichtlich war. Und das sind keine Theorien sondern das sind langjährige Beobachtungen aus dem erweiterten Bekanntenkreis, die natürlich nicht wissenschaftlich erfassbar sind.

    Und ja, natürlich gibt es auch ausreichend Kinder mit ADHS die Behandlung benötigen und diese auch bekommen sollen, das steht außer Frage.

    Und meine Lebensweisheit sagt mir noch etwas: Kommentare die sinngemäß aussagen „alles Quatsch, Du hast ja keine Ahnung“ haben entweder selber grad mal gar keine Ahnung oder ein schlechtes Gewissen.

    Ja ich weiß, völliger Unsinn.

  9. Ich möchte gern wissen, wie Sie dazu kommen, so ein Artikel zu schreiben. Nerven Sie ADHS’er? Was ist mit Diabetes oder andere Erkrankungen? Warum ADHS?

  10. warum kommt ihr nicht mal zu Veranstaltungen. Symposien Vorträgen.? Einfach mal mit direkt Betroffenen austauschen. Was oft vergessen wird ist der Leidensweg den man hinter sich hat bis man beim Arzt landet. Ich persönlich kenne niemanden der aus Spass an der Freude oder Langeweile beim Psychiater gelandet ist. Dieser Schritt ist nicht leicht. Genau wie die Entscheidung über die Behandlung
    Die Nebenwirkungen einer unerkannten und unbehandelten ADHS können sich verheerend nicht nur auf das Leben des Betroffenen sondern auch auf die ganze Familie auswirken.

  11. hallo kultmama,

    obschon es nicht leicht fällt, lasse ich den shitstorm jetzt hier mal ausfallen.

    nur ein beispiel für dich als bloggerin mit öffentlichkeits-verantwortung:

    mir würde es niemals einfallen, öffentlich über ursachen, vermeidung, schuld, belastung der krankenkassen und/oder gefährdung der mitmenschen einer AIDS-erkrankung zu sinnieren, ohne selbst mittel- oder unmittelbar betroffen zu sein.

    niemals würde ich mir anmaßen, als aussenstehender den leidensdruck auch nur in etwa ermessen zu können.

    und niemals möchte ich dafür verantwortlich sein, einer betroffenen familie, die ohnehin in alle richtungen kämpfen muss, das leben noch etwas schwerer und noch etwas schmerzlicher gemacht zu haben.

    als nicht-betroffener mal eben drauflos zu plappern, unfundierte gedankenlosigkeit aus dem mund ins öffentliche netz fallen zu lassen – zu einem thema, von dem ich nichts als einen beipackzettel kenne…..
    was für eine moral müsste ich haben, was für ein mensch müsste ich sein, um derart takt- und rücksichtslos betroffene anzupöbeln.

    wo steht unsere gesellschaft, wenn dir offenbar nicht im ansatz bewußt ist, was du hier tust.

  12. Hallo,,
    der Beitrag ist schon etwas einseitig, vor allem die Meinung über die Gabe von Medis. Wenn man keine echt ausgetesten Menschen kennt, sollte man sich da meiner Meinung nach zurückhalten.
    Klar wird die Diagnose oft gestellt, ohne, dass jemand gründlich diagnostiziert wurde, also Schilddrüse, etc. alles muss ausgeschlossen werden.
    Da ich Umfeld Betroffene habe, weiß ich, dass es nichts mit Unruhe zu tuen hat, es gibt auch Traumsusen. Und ohne Therapie haben dann u.Umstänen, hochbegabte Kinder keine Chance auf Abi oder ähnliches.
    Das sollte man bedenken, wenn man im Thema nicht drin ist.

    LG Sabine

  13. Leider spiegelt dieser Artikel nur die Anti Adhs Seite wieder. Schon alleine die Aussage “ mit Medis ruhigstellen“ zeugt davon wie wenig sich mit der Materie vertraut gemacht wurde.
    Und ja es gab immer die Klassenclowns oder Traumsusen, Kinder die als schwer erziehbar abgestempelt waren. Läuft es dann nicht heute besser, daß ihnen ein normaler Schulalltag und auch das Abrufen ihres Potenzials ermöglicht wird?

  14. Nein es ist nicht schön permanent crazy zu sein, für mich nicht als Erwachsene betroffene wie für meinen 10 Jährigen Sohn. Der Artikel ist mehr als Einseitig beleuchtet und mit gefährlichem Unsinn behaftet. Eine vererbbare Hirnfunktionsstörung und Autismus werden sicher nicht durch Impfungen ausgelöst. Nein mein Kind soll nicht nur Leistung bringen , es soll sich in erster Linie wohlfühlen und mit sich und der Welt klar kommen. Ritalin stellt wenn es vernünftig dosiert ist nicht ruhig es bringt mein Kind dazu sich zu kontrollieren und sein vorhandenes Wissen aus den Schubladen im Kopf abrufen zu können.

  15. Es gibt mehr Kinder heutzutage, da sich Erbkrankheiten potenzieren. Außerdem werden die Umweltreize, die es rauszufiltern gilt, immer mehr.
    Ja, früher sind die Zappelphilippe mitgelaufen. Sie haben oft Sonderaufgaben bekommen und waren Außenseiter. Ich glaube, dass es dem „wilden Michael“ aus meiner Grundschulklasse mit der richtigen Diagnose und gezielten Mitteln besser ergangen wäre. Das Ignorieren früher war doch eher Hilflosigkeit.
    Zu deinem letzten Absatz ist alles gesagt worden.

  16. Ich hoffe sehr, Du meinst das nicht ernst, dass Du im Falle eines Falles Deinem Kind benötigte Medikamente vorenthalten würdest, nur weil sie nicht in Dein Weltbild passen.

  17. Endlich mal jemand, der das Thema genau so sieht wie ich!!!
    Das die Betroffenen sich darüber jetzt aufregen werden, wundert mich nicht. Schließlich stecken sie mitten drin im Schlammasel und müssen sich rechtfertigen für a) das Vollpumpen ihrer Kinder mit hochgefährlichen Drogen – oder b) das Einnehmen von hochgradig süchtig machenden, der Pharmaindustrie Kunden schaffenden Medikamenten.
    Der „Erfinder“ dieser Krankheit hat es auf dem Sterbebett zugegeben. Alles Quatsch.
    Ich war selbst früher zappelig und ein Tagträumer … mit viel Bewegung und Freiräumen zum Kind sein hat sich das GANZ OHNE Drogen geregelt.

    Zwei Daumen hoch zu dem Artikel!

  18. Heyy hab mir den Artikel mal durchgelesen bin selber betroffen von ads und finde manche sachen bissle einseitig beleuchtet. Des ist ja auch so dass man als betroffener schauen muss dass man Medikamente bekommt da man ansonsten nur unter größter Mühe Veränderungen herbeizuführen kann. Viele leiden im Beruf und privat sehr unter der Krankheit und manchen hilft die Medikation um überhaupt in der Spur zu bleiben.
    Dein Absatz zum Thema woher kommt ads ist meiner Meinung nach bissle zu „larifari“ ich hab da mal gelesen ich denke das könnte die Ursache sein.

  19. Hallo,
    Ich habe auch schon oft darüber nachgedacht. Da ein Kind in meinem Umfeld von der Ärztin zu einem ADHS Test in die Klinik geschickt wurde, obwohl Eltern und Lehrer dagegen gesprochen haben. Aber dem Verdacht musste nachgegangen werden.
    Ich denke, der letzte Abschnitt ist sehr umstritten. Du schreibst, an was es denn liegt und es folgt eine persönliche Einschätzung, die besorgte Eltern verunsichert. Gerade was Impfungen betrifft. Deine Worte hören sich für mich so an wie die Theorien aus den USA, dass Impfungen Autistismus auslösen und Eltern ihre Kinder nicht mehr Impfen lassen und so ihre und andere Kinder gefährden.

    Liebe Grüße
    Maureen

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