Wieviel Zivilcourage ist gesund?

Sicherheit im Alltag

Mein Polizeikurs über Sicherheit

Nach den Übergriffen an Sylvester auf Frauen in Köln haben viele Menschen Angst, sich abends in der Öffentlichkeit zu bewegen. Flüchtlingen wird eine kriminelle Energie unterstellt. Frauen haben mehr Angst.
Darum habe ich jetzt in meinem Stadtteil einen Kurs von der Polizei besucht zum Thema „Sicherheit“. Da ging es darum, wie man sich verhalten soll, falls man selbst bedrängt wird und wie man jemand anders hilft, der in Gefahr ist.

Die Polizei rät grundsätzlich:“Helfen ja, aber nicht sich selbst in Gefahr bringen.“ Diese Sicherheitskurse für die Bevölkerung wurden in München ins Leben gerufen, nachdem Dominik Brunner, ein unbescholtener Bürger, im Jahre 2009 vier Jugendlichen in einer S-Bahn helfen wollte, die von zwei anderen Jugendlichen angegriffen worden waren. Diese zwei angreifenden Teenager gingen schließlich auf Dominik Brunner los und ermordeten ihn. Brunner musste sterben, weil er Zivilcourage gezeigt hatte.

Viele Bürger trauen sich nicht, einzugreifen, wenn sie sehen, dass ein Passant in Gefahr ist. Sie haben Angst um ihr eigenes Leben, Angst, etwas falsch zu machen oder denken in der Masse der Menschen:“Soll der Andere doch helfen.“
In diesem Polizeikurs spielten wir Busszenen nach, wo ein betrunkener Mann eine Frau anbaggert und wo eine Person einer anderen das Handy stehlen will. Interessant dabei ist, dass ein Täter sich 20 Sekunden Zeit nimmt, das Opfer auszuwählen. In Bus oder Tram gibt es die sogenannten Looserplätze, auf die man sich nicht setzen sollte. Die Looserplätze sind hinten und bei den Vierersitzen am Fenster, also die Plätze, wo man selbst schlecht rauskommt, falls man bedrängt wird. Also dort nie hinsetzen. Die sichersten Plätze sind vorne beim Busfahrer. Übrigens ist der Busfahrer verpflichtet zu helfen.

Looserplätze im Bus

Zivilcourage in der Öffentlichkeit | morguefile.com

Wenn man selbst mitbekommt, dass jemand bedrängt oder belästigt wird, immer nur das Opfer ansprechen, nicht den Täter. Das Opfer aus der Situation herausholen, dem Opfer die Hand reichen und sagen:“Kommen Sie rüber zu uns.“ Und den Täter auch nicht beleidigen.Dann wird er nur aggressiver.
Wer selbst Opfer ist, z.B. in der U-Bahn, sollte gezielt andere Personen ansprechen und um Hilfe bitten.
Täter agieren gerne im Stillen und wollen keine Aufmerksamkeit. Opfer sollten daher laut sprechen. Dann hört der Täter auf. Die Polizei rät, den Täter anzusprechen mit „Kennen wir uns?“. Den Täter sollte man siezen und höflich bleiben. In der U-Bahn sitzen anchts oft wenig Leute. Im Notfall kann man dort über den Notrufknopf mit dem U-Bahnfahrer in Kontakt treten. Wer in Gefahr ist, kann auch die Notbremse ziehen. Die U-Bahn hält dann in der nächsten Station.
Die Polizei empfiehlt, einen Schrilleralarm zu kaufen.
Im dreistündigen Abendkurs wurden uns noch einige Selbstverteidigungsgriffe vorgestellt. Um wirklich fit zu sein in der Selbstverteidigung, ist ein dreistündiger Kurs natürlich zu kurz. Ich fand die Tipps trotzdem hilfreich. Die Polizei rät auch, falls man angegriffen wird, sich immer zu verteidigen. Wir übten den Schienbeinkick und den Stampfschritt. Elektroschocker oder Pfefferspray sind nicht empfehlenswert, da der Täter diese Dinge leicht selbst in die Hand bekommt. Besser ist der Schlüsselbund, den man in der Tasche bereit hält.
Wer nachts in Gefahr gerät, sollte immer Schutz in Richtung „Lärm-Licht-Leute“ suchen.
Ich persönlch habe nicht so viel Angst, weil ich abends eh kaum unterwegs bin als Mutter. Und München ist eine der sichersten Millionstädte laut Polizei. Kann das auch nur bestätigen.

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