Eine Westfälin in Bayern

Heimatstadt Soest in Westfalen

Wie wichtig ist Heimat?

Am Wochenende bin ich mit dem Sohn mal in die Heimat gefahren. Mit dem Auto sind es über die Autobahn schon ca. 5 Stunden ohne Stau. Wir hatten eine nette Mitfahrgelegenheit, so konnte ich die Reise entspannt genießen.
Seit über 20 Jahren wohne ich nicht mehr in Westfalen. Mir war die Region immer zu provinziell. Aber es bleibt meine Heimat. Wenn die mir vertraute Landschaft am Horizont vorbeizieht wie z.B. die Felder auf leichten Hügeln, überkommt mich ein Gefühl der Wärme. Ich freue mich mittlerweile wieder, nach einigen Schicksalsschlägen, meine Heimat zu sehen.

Sperrmauer am Möhnesee

Sperrmauer am Möhnesee

Die Heimat gehört zur Identität, zur Persönlichkeit. Wer immer in seiner Heimat gewohnt hat, kennt den Unterschied nicht. Nicht jedem gefällt die Heimat so sehr,  dass er da ein Leben lang wohnen bleiben möchte. Vor allem, wenn man auf dem Land groß geworden ist. Viele ziehen von dort weg, wenn sie im Leben nach „mehr“ streben, etwas erleben wollen, neugierig sind auf die Welt. Ich persönlich hätte es mir nicht vorstellen können, dort wohnen zu bleiben.
Nun wohne ich in Bayern, wo die Menschen sehr heimatbezogen sind. Die meisten Bayern leben gerne in ihrer Heimat und wollen hier auch nicht weg. Klar, es ist schön hier. Und Arbeitsplätze gibt es auch genug. Aber trotzdem kann ich es doch allen empfehlen, mal den Blick über den Tellerrand zu werfen und ein paar Jahre woanders zu verbringen. Als ich neu in Bayern war, war ich doch oft entsetzt über die Vorurteile und das Unwissen, das viele Bayern über den Rest von Deutschland haben. Nun ja, ich finde so eine Engstirnigkeit und Kleinkariertheit bis heute schlimm. Für den Bayern sind alle Zugezogenen, die Hochdeutsch sprechen, aus Norddeutschland. Alle Bundesländer liegen in Norddeutschland, außer Baden Württemberg. Der Bayer richtet sich da nach der Weißwurschtgrenze. Ich frage mich immer, was die hier wohl im Erdkundeunterricht in der Schule lernen? Mein Sohn wird ja auch in zwei Jahren in den Genuss des bayerischen Bildungsssystems kommen. 😉

Ich mag nicht dieses „Mir san mir“-Getue der Bayern. Sie meinen oft, dass sie etwas Besseres seien als die „anderen“ Deutschen. Ich würde mir hier von den Einheimischen mehr Offenheit und Interesse an der Welt bzw. Deutschland wünschen. Deutschland besteht nicht nur aus Bayern. Und München sollte eine Weltstadt sein. Es wird ja immer mit „Weltstadt mit Herz“ geworben. Berlin ist eine Weltstadt. Da kommt München nicht ran. Das Oktoberfest macht aus der bayerischen Hauptstadt noch lange keine Weltstadt.
Menschen werden offen und tolerant, wenn sie selbst reisen und auch mal fernab der Heimat wohnen. Die meisten Bayern möchten nicht woanders wohnen. Höchstens im Ausland. Berlin wird aus der Ferne böse betrachtet. Es ist halt größer und populärer bei Touristen und vielen anderen. Nein, das darf nicht sein. München soll doch die deutsche Hauptstadt sein.

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