Terror in Bayern

Cool bleiben oder Menschenmassen meiden?

Das Wochenende wollte ich entspannt mit Sohn bei der Familie im Rheinland verbringen. Den Freitagnachmittag hatten wir in Bad Neuenahr verbracht und wollten den Abend gemütlich ausklingen lassen. Zwischendurch schaute ich mal aufs Handy.
War ganz geschockt, als ich da Messages von Freunden auf Facebook las, ob bei mir alles in Ordnung sei. Ich dachte, was ist denn los? Da habe ich ein bissschen auf Facebook durch meine SpiegelOnline- und SZ-Meldungen gescrollt und las mit Entsetzen von dieser Schießerei am Münchner Olympiaeinkaufszentrum (OEZ).
Das OEZ kenne ich gut. Habe da in der Nähe gearbeitet und war fast in jeder Mittagspause dort.
Aber freitags und samstags vermeide ich gewöhnlich den Besuch eines Shoppingcenters, weil mir das einfach zu voll ist. Und mit einem 4-jährigen habe ich da schon gar keine Lust drauf.

Amoklauf in München

Terror in Bayern

Nachrichtenhysterie

Erst langsam dröppelten mehr Nachrichten auf Facebook herein, die über die Tat informierten. Ich las etwas von Toten. Dachte schon an einen Anschlag von der IS. Es war noch lange nicht klar, ob es sich um einen oder drei Täter handelte. Ich saß zum Glück weit weg von München und war völlig schockiert. Bisher fühlte ich mich immer sicher in Deutschland. Vor allem im satten, reichen, gutsituierten München, wo die Probleme der Menschen eher darin bestehen, ob sie sich einen Bugatti oder Bentley kaufen sollen.
Jedenfalls war meine Wochenendentspannung doch etwas dahin. Las im Internet, dass der Hauptbahnhof geschlossen ist, S- und U-Bahn nicht mehr fahren und Taxis niemanden mehr mitnehmen dürfen. Ist ja Wahnsinn! Terror pur. Erst am Samstag stellte sich ja heraus, dass es ein Einzeltäter war und seine Tat ein Amoklauf. Ein Amoklauf aus persönlichen, psychischen Problemen heraus. Aber trotzdem heftig. Ist ja egal, aus welchem Grund jemand so etwas tut. Kannte er die Jugendlichen persönlich, die er erschossen hat?

Die letzte Woche fing ja schon unheimlich an mit der Axtattacke auf unschuldige Touristen aus Hongkong in einem Würzburger Regionalzug.
Das Wochenende wurde nach dem Attentat in München nicht besser. In Reutlingen erstach ein junger Mann seine Ex-Freundin mit einer Machete. Und im bayerischen Ansbach wurde das erste deutsche Selbstmord-Attentat verübt – wohl mit islamistischem Hintergrund.

Wie sollen wir nach dem Terror leben?

Jetzt ist es soweit. Ich hatte am Wochenende richtig Angst. Auch, weil ich einen 4-jährigen Sohn habe. Was kann man in Deutschland noch machen, oder muss man sich an solche Anschläge „gewöhnen“ und weitermachen wie bisher?

Einfach Menschen zu töten und Terroranschläge sind immer unentschuldbar.
Aber viele Anschläge kommen von Flüchtlingen, von frustrierten Flüchtlingen ohne Zukunftsperspektive, die den Krieg mit all seinen Schrecken in Syrien erlebt haben. Sie sind traumatisiert, abgebrüht. Einge von den Tätern europaweit waren sicherlich schon lange IS-Anhänger, andere springen auf den Zug auf aus Frust und Verzweiflung. Die Hemmschwelle ist vielleicht nicht so groß bei Menschen, die in einem Kriegsland alles an Brutalität, Gewalt und Unmenschlichkeit gesehen haben. Natürlich kann man das nicht auf alle Flüchtlinge beziehen. Die meisten Flüchtlinge in Deutschland sind sicherlich harmlos und froh, dass sie bei uns leben dürfen. Aber die paar „Durchgeknallten“ sind eine ernstzunehmende Gefahr. Ich glaube schon, dass die Täter sich irgendwie abgesprochen haben, im Internet oder sonstwo. Vier kurze Anschläge hintereinander. Die meisten in Bayern, wo wohl die meisten Flüchtlinge untergebracht sind.

Jedenfalls bin ich heute mit Sohnemann im ICE von Bonn nach München gefahren. Erst war mir mulmig zu Mute. Aber am Bahnsteig standen noch zwei Polizisten. Im Zug kehrte doch wieder die Gelassenheit ein. Auch am Münchner Hauptbahnhof wirkte doch alles entspannt. Jedenfalls war es nicht so voll.
Ich möchte jetzt nicht ängstlich durch die Stadt laufen, Menschenmaschen werde ich versuchen zu meiden. An Shoppingcentern liegt mir eh nicht so viel. Aber ich habe auch Veranwortung für einen 4-jähringen Sohn. Ich möchte nicht, dass ihm etwas passiert.

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One Comment

  1. Ich verstehe deine Gedanken, aber so lange mehr menschen im Strassenverkehr umkommen als durch Terror, sind das beides abstrakte gefahren, nur das wir die eine mit angemesenem Respekt hinnehmen und die andere nicht.
    Warum eigentlich nicht. Ist ein solcher Terrorakt nicht der ultimative Schrei nach Aufmerksamkeit? Sollten wir nicht gerade damit dsr Rerror nicht gewinnt, ihn ignorieren, als die abstrakte Gefahr hinnehmen die er ist?
    Ich sage fahr Zug, Grüße Polizisten die ihren Job tun wenn es dir hilft cool zu bleiben aber höre nicht auf zu tun was du willst, ebenso wie du deinen sohn irgendwann zur Schule schicken wirdt und ihn nicht am Eingang abgeben und wieder abholen.
    Ebensowenig solltest du ihm Angst Vorleben, dann nämlich hat der Terrorismus gewonnen.

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